Castelli di Cannero

Entdecken Sie die sagenumwobenen Insel-Ruinen im Lago Maggiore

Chronik der Castelli di Cannero

Von den ersten Befestigungen über die Malpaga und die Rocca Vitaliana bis zur heutigen Sicherung: Diese Chronik zeigt die wichtigsten Stationen der Castelli di Cannero im Lago Maggiore.

1200 - 1350

Auf den Inseln entstehen erste befestigte Strukturen. Die Lage im Lago Maggiore macht den Ort wichtig für Kontrolle, Schutz und Überwachung des Schiffsverkehrs.

1403 - 1414

Die Mazzarditi nutzen die Malpaga als befestigten Stützpunkt. Von hier aus bedrohen sie Händler, Reisende und Orte am nördlichen Lago Maggiore. Die Inselburg wird zu einem Problem für die regionale Ordnung.

1414

Herzog Filippo Maria Visconti von Mailand lässt gegen die Malpaga vorgehen. Nach der Einnahme wird die ältere Burg zerstört, damit sie nicht erneut als Rückzugsort für private Gewalt genutzt werden kann.

1441

Die Inseln gelangen in den Einflussbereich der Familie Borromeo. Damit beginnt die Verbindung zwischen den Castelli di Cannero und einer der wichtigsten Familien am Lago Maggiore.

6. Oktober 1519

Ludovico Borromeo legt den Grundstein der Rocca Vitaliana. Die neue Festung entsteht in einer politisch unsicheren Zeit und soll die borromäische Kontrolle über den See sichern.

1519 - 1526

Die Rocca Vitaliana wird schrittweise ausgebaut. Dabei werden auch Materialien der älteren Malpaga wiederverwendet. Aus dem früheren Inselstützpunkt entsteht eine Festung der frühen Neuzeit.

1520

In der Corte Malpaga hinterlässt ein Handwerker namens Podino seinen Namen im Putz. Diese Inschrift macht sichtbar, dass die Geschichte der Rocca nicht nur von Adeligen, sondern auch von Bauleuten und Handwerkern geprägt wurde.

1521

Die monumentale Bauinschrift verweist auf Ludovico Borromeo als Bauherrn. Sie zeigt, dass die Rocca nicht nur eine Festung war, sondern auch ein sichtbares Zeichen von Herrschaft und Familienbewusstsein.

1523

Die junge Rocca wird in militärische Auseinandersetzungen um den Lago Maggiore einbezogen. In diesem Zusammenhang wird von einem Vorgehen der Sforza unter Prospero Colonna berichtet.

1526

Eine eingeritzte Inschrift in der Kapelle verweist auf die frühe Nutzungsphase der Anlage. Die Rocca ist zu dieser Zeit nicht nur Verteidigungsbau, sondern auch Arbeits-, Wohn- und Andachtsort der dort stationierten Menschen.

Um 1550

Die Rocca wird als militärischer Stützpunkt genutzt. Soldaten unterschiedlicher Herkunft, Waffen, Wachordnungen und strenge Regeln bestimmen den Alltag innerhalb der Mauern.

16. Jahrhundert

Die Festung muss dauerhaft instand gehalten werden. In der Corte Malpaga befinden sich Arbeitsbereiche, ein Ziegelofen und Einrichtungen, die für Reparaturen und Versorgung wichtig sind.

16. - 17. Jahrhundert

Keramikfunde, Alltagsgegenstände und hochwertigere Stücke mit Wappen geben Einblick in das Leben innerhalb der Festung. Einige Funde weisen außerdem auf Handelskontakte über den Lago Maggiore hinaus hin.

1645

Historischen Berichten zufolge soll die Rocca mit einer geheimen Münzstätte in Verbindung gestanden haben. Dort sollen gefälschte Münzen der Republik Genua hergestellt worden sein. Im Mittelpunkt steht Prälat Guizzetti, gegen den Misstrauen wegen verdächtiger Metallarbeiten entstand. Später soll ihm die Obhut über die Rocca entzogen worden sein.

Spätes 17. - frühes 18. Jahrhundert

Die militärische Bedeutung der Rocca nimmt ab. Einzelne Räume werden anders genutzt. Die frühere Kapelle verliert ihre ursprüngliche Funktion und wird später auch für praktische Arbeiten verwendet, etwa zur Behandlung von Fischernetzen.

18. Jahrhundert

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wird die Rocca kaum noch als Festung gebraucht. Wachmannschaften verschwinden, viele Räume bleiben ungenutzt, und ohne regelmäßige Pflege setzen Wind, Wetter und Feuchtigkeit den Mauern immer stärker zu.

1797

Bei Untersuchungen auf den Inseln wurde ein bronzener Uniformknopf aus der Zeit der Französischen Revolution gefunden. Der Fund zeigt, dass die Castelli di Cannero auch in der napoleonischen Epoche noch betreten oder zeitweise genutzt wurden.

19. Jahrhundert

Die Castelli verlieren endgültig ihre militärische Funktion. Die Mauern bleiben als Ruinen im See erhalten und werden zunehmend als historisches Bauwerk und markanter Orientierungspunkt wahrgenommen.

2011 - 2018

Untersuchungen, Planungen und Sicherungsmaßnahmen bereiten die spätere Konservierung der stark gefährdeten Ruinenanlage vor.

2019 - 2025

Die Castelli di Cannero werden gesichert, konserviert und archäologisch untersucht. Mauern, Wege und gefährdete Bereiche werden stabilisiert, damit die Ruinenanlage wieder sicher betreten werden kann. Ein vollständiger Wiederaufbau findet nicht statt.

Seit 2025 / Heute

Die Castelli di Cannero sind heute eine gesicherte historische Ruinenanlage. Wege und Innenbereiche wurden zugänglich gemacht, während der Charakter der alten Festung erhalten bleibt. So bleiben Mittelalter, Renaissance und jahrhundertelanger Verfall weiterhin sichtbar.