Die Tyrannei der Mazzardi-Brüder
Eine der bekanntesten Legenden handelt von den berüchtigten Mazzardi-Brüdern, die im 15. Jahrhundert als Tyrannen und Wegelagerer gefürchtet waren. Von ihrer damaligen Festung, dem Castello di Malpaga, aus kontrollierten sie den See und die Uferregion mit eiserner Faust.
Man erzählt sich, dass die fünf Brüder über Jahre hinweg unvorstellbare Reichtümer durch Raubzüge, Piraterie und Erpressungen anhäuften. Ihr Name stand für Schrecken, bis ihre Herrschaft im Jahr 1414 durch die Belagerung des Herzogs von Mailand schließlich ein jähes Ende fand.
Der versunkene Schatz im Lago Maggiore
Als das Schicksal der Brüder besiegelt war und das Castello di Malpaga erobert wurde, wollten sie ihren geraubten Reichtum nicht den Siegern überlassen. Der Überlieferung nach sollen sie ihre wertvollste Beute in den dunklen Tiefen des Lago Maggiore versenkt haben.
Bis heute glauben manche Einheimische und Schatzsucher, dass sich irgendwo auf dem Grund des Sees vor den Inseln ein verborgener Schatz aus Gold und Juwelen befindet, der niemals geborgen wurde.
Das Geisterschiff von Cannero
Der Sage nach kehren die Geister der Mazzardi-Brüder in besonders nebligen Nächten zurück an den Ort ihres einstigen Wirkens. Auf einem gespenstischen Geisterschiff sollen sie noch immer lautlos über den See gleiten.
Man sagt, sie suchten bis in alle Ewigkeit nach ihrem verlorenen Reichtum, in der verzweifelten Hoffnung, ihren Schatz eines Tages aus der Tiefe zurückzuerlangen und ihre Macht über die Castelli erneut zu festigen.
